cd druck
Nun, kurzfristig sorgt so ein Zinsschritt natürlich für Euphorie an den Aktienmärkten. Langfristig nimmt ein solch niedriges Zinsniveau den Notenbanken allerdings die Möglichkeit, auf Turbulenzen zu reagieren. Jetzt könnte man natürlich behaupten, die FED senkt den Leitzins nur vorübergehend auf 1,0%, um diesen dann im nächsten Frühjahr wieder kräftig nach oben zu schrauben. Doch wie soll dies nur funktionieren? Steigende Zinsen mitten in einer Rezession? Oder soll uns der jüngste Zinsschritt gar verdeutlichen, dass die FED in naher Zukunft wieder von einem starken wirtschaftlichen Wachstum ausgeht? Nein, ich glaube vielmehr, die Würfel sind gefallen. Die Entscheidung für ein langfristig niedriges Zinsniveau wurde gefällt und die Europäer sind gefolgt! Ausschlaggebend dürfte neben der Angst vor einer wirtschaftlichen Abschwächung eine drohende Deflation gewesen sein. Billiges Geld soll helfen, den schlimmsten Schaden abzuwenden. Der letzte Joker wird nun also komplett ausgespielt. Interessant, wie schnell sich Standpunkte in der hohen Politik ändern! War es doch gerade das billige Geld, was uns in die Krise stürzen ließ. Die liquiditätsgetriebene Hausse von 2003 bis 2007. Schon vergessen, Herr Bernanke, Herr Trichet?
Peking geht geschickter vor
Das Tauziehen in Washington zeigt, dass in der Krise alles nach dem Staat ruft – die Parallelen zum New Deal in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten wir ja schon besprochen. In China greift die Regierung ebenfalls beherzt ein, um die Wirtschaft anzukurbeln. Peking wird nicht zulassen, dass soziale Unruhen ausbrechen, weil die globale Rezession das Land trifft. Derzeit hat eindeutig die Stunde des Staates geschlagen.
Leser,
die schon länger dabei sind, wissen, dass ich mich stets
von den meisten chinesischen Staatskonzernen ferngehalten
habe – zu träge, zu bürokratisch, zu korrupt. Nur wenn
sie technologisch auf dem neuesten Stand sind, eine
marktbeherrschende Stellung haben und über ein gutes
Management verfügen, sind sie für uns hier bei China
Strategy interessant. In Zeiten der Krise hat sich
diese Strategie ausgezahlt: Staatliche Firmen sind zusehends
interessant geworden, weil sie direkt auf Geldquellen der
Regierung zugreifen können. Dies hat sich vor einigen Tagen
einmal mehr bewahrheitet.
EURUSD fällt auf 0.95 und steigt anschließend auf 1.30. Die europäischen Bankbilanzen stehen aufgrund der Stagnation der osteuropäischen Märkte und den wirtschaftlichen Spannungen im EU-Raum unter hohem CD druck. Das chinesische BIP fällt auf ein Nullwachstum zurück. Die exportorientierten Sektoren der chinesischen Wirtschaft sind stark vom freien Fall des Welthandels und vor allem von den USA betroffen. “Pre-Ins First Out”. Mehrere, zurzeit vollständig oder teilweise an den Euro gekoppelte osteuropäische Währungen geraten 2009 aufgrund von Kapitalabflüssen unter wachsenden CD Bedrucken.
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